Neuabdichtung der Rigolenhallen

 

Bekanntlich wurde das Festungswerk Magletsch in einen Karstfelsen gebaut, d.h., in diesem Felsen ist sehr viel Kalk eingeschlossen. Durch das Regenwasser, welches in den Felsen eindringt und ihn durchdringt, wird auch viel Kalk ausgewaschen. Dieser lagert sich auf den Unterlagen und in den Abwasserrillen und -ableitungen ab. Um die wichtigsten Einbauten vor Nässe zu schützen, kam eine besondere Bauweise zur Anwendung. In die vorher ausgebrochene und betonierte Kaverne mit halbrunder Kuppe –bis zu 100 m Länge- wurde ein freistehendes Gebäude eingebaut mit Wänden aus Ziegelsteinen, einer betonierten Decke und seitlichen Entwässerungskanälen (Rigolen). Diese Halle, oft auch Rigolenhalle genannt, ist  rundum begehbar. Um das aus der Kavernendecke herabtropfende Wasser in die Rigolen abzuleiten, wurde die Decke des freistehenden Gebäudes mit einem Teeranstrich versehen und mit verklebter Dachpappe belegt. Im Laufe der vergangenen 70 Jahren haben sich im Magletsch aus dem kalkhaltig herabtropfenden Wasser auf der Abdichtfläche Kalkansammlungen (Stalakmiten) gebildet und dabei die Abdichtung zerstört; das verwendete Abdichtmaterial (Dachpappe) wurde regelrecht der Zersetzung ausgesetzt. Im Innern der Hallen bildeten sich somit an den Decken braune Ringflächen, also Feuchtstellen. Hier muss auch erwähnt werden, dass allgemein der Kalk im Wasser sich auch in den Abwasserkanälen als steinharte Schicht ablagert und somit das Durchlassvolumen erheblich reduziert. Eine mechanische Entfernung ist mit den bisher bekannten Methoden leider nicht möglich.

 

 

 

Infolge der Häufigkeit solcher Nassstellen hat man entschieden, sämtliche Rigolenhallen (Munitionsmagazine, Büros, Maschinenhallen usw.) neu abzudichten. Dank dem Fachwissen und der Fachkompetenz konnte die Firma SIKA mit diesen Arbeiten betraut werden. In mehr als 3 Monaten konnten die insgesamt ca. 2'500 m2 grossen Dachflächen neu abgedichtet werden. Nach dem Reinigungsvorgang der bestehenden Dachfläche (entfernen der Kalkpfropfen auf der Abdichtdachpappe) wurde die Spezialfolie verlegt und verschweisst werden. Die Arbeiten waren für die Verantwortlichen infolge der Platzverhältnisse alles andere als einfach. Zwischen dem Hallendach und der Kavernendecke stehen lediglich ca. 60 cm zur Verfügung, alles muss in Kauer- oder Liegendstellung erledigt werden. Der eigentliche Rigolengang, also der schmale Gang zwischen Halle und Kaverne, ist nur ca. 50 cm breit, dies auf der ganzen Hallenlänge!

Speziell ist festzuhalten, dass die neue Abdichtfolie nach dem Verlegen mittels Wärme unter sehr starker Rauchentwicklung verschweisst werden musste, was nur mit aufgesetzter Gasmaske möglich war.

 

Die nun für fast 100'000 Franken angebrachten neuen Abdichtungen mit der Spezialfolie sollen für die kommenden Jahrzehnte die zahlreichen Hallen wiederum trocken halten.

Ein aufrichtiger Dank geht an die Spezialisten der Firma SIKA für die bestens ausgeführte Arbeit.

 

AFOM/Dezember 2013/HE

 

Abdichtung einer 50 m langen Dachfläche, Distanz Hallendach bis Kavernendecke ca. 60 cm. Das Bild rechts zeigt einen Arbeiter in liegender Stellung während den Verschweissarbeiten der Folien in ca. 45 m Entfernung vom Eingang.

                                              

 

 

 

 

 

Abdichtung der Bodenfläche eines

Zuluftstollens