Kurzgeschichte 

Das Artillerie-Fort Magletsch wurde während des Zweiten Weltkrieges erbaut; es war im Herbst 1940 mit den Panzertürmen schussbereit.

Magletsch war das nördlichste Bollwerk und mit seinen sieben Kanonen eines der stärksten Artilleriewerke der Landesfestung Sargans und somit des Reduits. 

 

Geschichtliches zum Artillerie Fort Magletsch

Das Artillerie-Fort Magletsch ("Der Hammer") wurde während des zweiten Weltkrieges erbaut und bildet den nördlichsten Eckpfeiler der Festung Sargans. Primäre Aufgabe des Artillerie-Fort Magletsch war die Abdeckung der Räume rheinaufwärts sowie in Richtung Wildhaus und in Richtung Feldkirch. 

Die obere Etage mit der Werkinfrastruktur und den Kampfständen war Ende Oktober 1940 teilweise bezugsbereit, der darunter liegende Unterkunftsteil mit dem Spital wurde 1943 fertig gestellt. Aufgrund der Wasserdurchlässigkeit des Gesteins wurden die gut 3,8 km langen Stollen des rund 13 Millionen Franken teuren Bauwerkes in ihrer ganzen Länge ausbetoniert. 

Die Hauptbewaffnung umfasste drei Panzertürme 10,5 cm, vier Bunkerkanonen 7,5 cm sowie zehn Maschinengewehr- und Lmg-Stände. Hinzu kam die Bewaffnung der Gegenwerke Brögstein und Wartau, der umliegenden Bunker sowie Handgranaten, Gewehre, Faustfeuerwaffen etc. Gegen feindliche Flieger wurde das Werk von auf der Abdeckung stationierten Fliegerabwehrkanonen geschützt. In den sechziger Jahren wurden zusätzlich zwei Festungs-Minenwerfer 8,1 cm eingebaut. Zusammen mit den zahlreichen Stacheldrahtverhauen, Panzersperren und zur Sprengung vorbereiteten Objekten verfügte Magletsch über eine gewaltige Kampfkraft. 

Die Werkinfrastruktur war für 381 Mann ausgelegt und umfasste zwei Wasserreservoirs mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 1.6 Millionen Liter Trinkwasser, drei je 200 PS starke Sulzer Schiffsdiesel für die Stromproduktion, zwei Treibstofftanks zu je 100'000 l Diesel, eine leistungsstarke Lüftungsanlage sowie eine Telefonzentrale und sogar eine eigene Bäckerei, Wäscherei und ein Spital mit 70 Betten.

Aufgrund der Stilllegung grosser Artilleriewerke im Zuge der Armeereform 95 waren die Tage des Werkes Magletsch als Kampffestung gezählt. Das bereits seit Jahrzehnten als Artillerie-Ausbildungsanlage für Artillerie-Rekruten genutzte Werk Magletsch wurde für ca. 2,5 Millionen Franken umgebaut und am 30. Januar 1996 zur weiteren Nutzung freigegeben. 

Heute dient Magletsch unterschiedlichen Zwecken: Mit seinen Ausbildungs- und Schiessplätzen und der modernen Unterkunft stellt das einstige Kampfwerk ein Musterbeispiel eines Miniaturwaffenplatzes dar. Für die an seltenen Blumen und Pflanzen reiche Abdeckung wurde ein Naturschutzkonzept erarbeitet und realisiert. 

Die obere Etage des Werkes kann als begehbare Anlage von nationaler Bedeutung, wie sie noch in den neunziger Jahren als Kampfwerk betrieben wurde, in geführten Gruppen besichtigt werden. 

 

Bewaffnung

     Stellungen der Festung: 
     3 Panzertürme mit 10,5 cm Kanonen (armiert) 
     4 Bunkerkanonen-Stellungen 7,5 cm (zwei armiert) 
     8 MG-Stellungen (teilweise armiert) 
     2 Lmg-Stellungen (nicht mehr armiert) 
     2 Festungsminenwerfer 8,1 cm (armiert), sowie
     diverse Beobachterposten und Beleuchtungsscheinwerfer 
     Aussenanlagen: Zwei Mg-Flankierwerke zum Schutz des Artillerieforts,
Fliegerabwehrstellungen, Flab-Unterkunftskaverne, Flab- und
     Infanterieunterstände, Artillerie-Übungsbunker.

 

Besatzung

Besatzung 370 Mann und 680 Mann eines Gebirgs-Grenz-Füsilier-Bataillons für die Aussenverteidigung. 
 

Begehbare Anlage mit ausschnittsweise nachgebildeten Infrastrukturen aus dem Zweiten Weltkrieg.

 

Museum/Ausstellung

Postbüro, Küche, Essraum, Militärspital, Kantonnement, Karten mit Einzeichnungen der Lage aller befestigten Waffenstellungen der "Festung Sargans" Ende des Zweiten Weltkrieges, Übermittlungstechnik, Rigassi-Schiess-Simulationsanlage, Waffensaal mit Waffen der ehemaligen Festung Sargans.

 

Infrastrukturen der Festung

Wasserreservoirs, Luftfilteranlagen, Sulzer-Dieselmotoren für die Stromversorgung,  Munitionsdepots, Telefonzentrale, Werkstatt. 

Das Parterre der Festung wurde 1995 in eine moderne unterirdische Kaserne umgebaut; sie wird heute von der Armee intensiv genutzt. 
 

 Werdegang

Nachdem der Kampfteil der Festung im Zuge der Armeereform 95 keine Funktionen mehr hatte, wurden wesentliche Kampfteile und Infrastrukturen der  Festung vom Verein Artillerie-Fort Magletsch vom VBS gemietet und zu einer begehbaren Festungsanlage hergerichtet; sie ist seit 1. Juli 2000 der Öffentlichkeit zugänglich. Somit können Teile der obgenannten Stellungen und Infrastrukturen, teils nachgebildet, geführt besichtigt werden.