Fakten Schollberg - Sarganserau

Kurzgeschichte

Der Bau der Festungen im Schollberg (und Ansstein) begann Ende 1938. Sie waren zunächst nur zu Grenzsicherungszwecken gedacht und wurden im Frühjahr 1939 ins Gesamtkonzept der Festung Sargans eingebunden.

Es entstanden das Artilleriewerk „Schollberg 1“ mit Wirkung vor die Schlüsselfront „Schollberg - Sarganserau“ und das Infanteriewerk „Schollberg 2“, welches direkt in die Schlüsselfront wirkte. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Festung „Schollberg 3“, ein Annexwerk zu "Schollberg 2" angehängt.

Bewaffnung der Schollberg-Festungen

Schollberg 1

-          3 Befestigungskanonen 7,5 cm

-          1 Panzerabwehrkanone 4,7 resp. später 9 cm

-          2 Maschinengewehre

-          1 Scheinwerferanlage

Schollberg 2  (das stärkste Infanteriewerk der Festung Sargans)

-          4 Panzerabwehrkanonen 1 x 24 mm und 3 x  4,7 cm resp. später 9 cm

-          8 Maschinengewehre

-          1 Scheinwerferanlage


Schollberg 3

-          1 Panzerabwehrkanone 9 cm

-          3 Maschinengewehre

-          1 Scheinwerferanlage

Die Schollbergfestungen sind flankiert durch weitere Infanteriewerke und Bunker. Sie sind verbunden mit den vier Bunkerlinien (über 20 Bunker) des Reduitfront-Abschnitts „Sarganserau“ und bilden mit diesem ein geschlossenes Abwehrsystem. Die Waffen der Anlagen wurden im Verlauf der Zeit modernisiert.

1962 wurde das Dispositiv mit Anlagen zur Flutung der nördlichen Sarganserebene ergänzt.

1993 wurden zwei Centurion-Panzerabwehrbunker (10,5 cm Kanone) und ein zeitgemässes Gelände-Panzer-Hindernis (GPH 66) ins Abwehrsystem der Sarganserau eingefügt.

2010. Der Kommandoposten der Reduit-Schlüsselfront "Schollberg - Sarganserau -Tschingel", das "KP Vild", wurde als letztes Objekt in diesem Abschnitt entklassifiziert. Es wurde von der Ortsgemeinde Sargans erworben und vom AFOM wieder in Stand gestellt und gewartet. AFOM bietet auch Besichtigungen an. Das besondere dieser Felskaverne ist, dass es seit dem Zweiten Weltkrieg KP und Kampfanlage (2 Mg) war.

Geschichte

Gestützt auf das eidgenössische Befestigungskonzept 1936/37 wurden Ende 1938 der Bau der Grenzbefestigungen Schollberg (und Ansstein) in Angriff genommen.

Mit dem definitiven Beschluss vom April 1939, im Raum Sargans eine dritte Landesbefestigung zu bauen (nebst den bestehenden St. Gotthard und St-Maurice), wurden die vorerwähnten Festungen in dieses Konzept eingebunden und waren forthin Teil der Landesfestung Sargans.

Die Festung Sargans wurde im Zweiten Weltkrieg zum tragenden Element der schweizerischen Reduitkonzeption. Sargans war gegen Aggressoren aus Norden, Osten und Süden gerichtet. Der Mannschafts-Sollbestand dieser Heereseinheit betrug rund 25'000 Mann.

Die Schlüsselfront der ehemaligen Festung Sargans (ab 1952 Festungsbrigade 13) war im Gebiet Schollberg / Sarganserau / Tschingel. Die Dotation dieses Reduitfrontabschnittes betrug zwei verstärkte Infanterie-Bataillone und zwei Festungsartillerie-Kompanien. Der Auftrag bestand darin, einem Angreifer den Zutritt in den Kessel von Sargans zu verwehren. „Wer im Kessel von Sargans steht, hat ganz Graubünden“, so die Aussage des damaligen Generalstabschefs.

Die Anlagen wurden bis zur Armeereform 1995 fortlaufend unterhalten und modernisiert.